Faires Frühstück


Das Faire Frühstück von Puerto Alegre am 1. Juli 2017 fand diesmal in der Gertraudkirche statt. Elke Bumiller-Krause vom Lokalen UNICEF-Team Eisenhüttenstadt sprach über ihre Reise mit UNICEF nach Jordanien. Hier eine Zusammenfassung ihres Berichts.

4 Tage mit UNICEF in Jordanien. Zu Besuch bei Flüchtlingskindern


10 ehrenamtliche MitarbeiterInnen von UNICEF waren vom 2. bis 7. Oktober 2016 mit UNICEF in Jordanien und haben Menschen besucht, die vor dem inzwischen sechs Jahre dauernden syrischen Bürgerkrieg in das Nachbarland Jordanien geflohen sind.

Jordanien, zu 80% aus Wüste bestehend, teilt seine nördliche Landesgrenze mit Syrien. Seit Kriegsbeginn 2012 leben inzwischen 650.000 syrische Flüchtlinge im diesem Nachbarland, davon sind 350.000 Kinder, 200.000 davon sind schulpflichtig.

85% der Flüchtlinge leben in jordanischen Gastgemeinden. 15 % in Flüchtlingscamps. Sie berichtete über das entbehrungsreiches Leben von syrischen Kindern mit ihren Familien in den Flüchtlingscamps Za’atari und Azraq in der jordanischen Wüste und von den Herausforderungen in den Gastgemeinden.

Das jordanische Schulsystem ist veraltet und autoritär, Schulen und Lehrer gibt es zu wenige. Diese enormen Herausforderungen brauchen dringend Lösungswege. Mit einem 2-Schichten-Schulbetrieb und den Bemühungen des jordanischen Staates, das Schulsystem in enger Zusammenarbeit mit UNICEF zu fördern, sind gangbare Schritte begonnen worden.

Die Lage der Kinder hat sich mit dem Syrischen Bürgerkrieg verschlechtert: Die Flucht, verbunden mit schleichender Verarmung führt zu vermehrter Kinderarbeit und der Zunahme von Kinderehen. UNICEF arbeitet mit anderen Organisationen an Programmen, die Kinder davor zu schützen und die Familien wirtschaftlich zu unterstützen.

Viele Kinder haben dramatische oder gewalttätige Erfahrungen machen müssen, wie Verluste naher Verwandter oder Freunde oder gewaltsame Rekrutierung von Geschwistern. Ihr Alltag findet unter extremen, nicht kindgerechten Bedingungen statt. Frau Bumiller-Krause wies auf die Notwendigkeit und den Erfolg von besonders geschützten, kinderfreundlichen Zonen, sogenannten Makanis (arabisch: mein Platz) in den Flüchtlingscamps und von einer großen Schulbegeisterung der Kinder hin.

„Das sind bunte und fröhliche Oasen in einer eintönigen, trostlosen Welt. Hier können Kinder mal wieder Kind sein.“

Gemeinsam mit dem jordanischen Bildungsministerium und vielen Partnerorganisationen trägt UNICEF dazu bei, dass auch Flüchtlingskinder Gelegenheit bekommen, Lebenskompetenzen und Wissen zu erwerben und sich auf diesem Weg doch noch entfalten und auf die Zukunft vorbereiten können.

Reinhard Schülzke

Kontakt: Lokales UNICEF-Team Eisenhüttenstadt, Elke Bumiller-Krause,
Tel. 033656/416 599, Email: bumiller-krause@gmx.de